GEFA Planungsbuch 2026
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GEFA PLANUNGSBUCH Entscheidungshilfe für Landschaftsarchitekten und planende Stellen
EINBLICKE UND IMPULSE
PERFEKTE BAUMPFLANZUNG
PFLEGEN UND SCHÜTZEN
MOBILE STADTBEGRÜNUNG
RASEN IN STADT UND GARTEN
SUPPORT UND TOOLS
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GEFA Planungsbuch
WILLKOMMEN BEI DER GEFA
Die Welt besser machen – STÄDTE MÜSSEN GRÜN SEIN
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Thorsten A. Fabritz Geschäftsführer
Liebe GEFA-Kundinnen und -Kunden, das grüne Gen wurde mir bereits in die Wiege gelegt. Wer – wie ich – inmitten von Skizzen für nachhaltigen Städtebau und wasserspeichernde Pflanzsubstra te aufwächst, entwickelt vermutlich zwangsläufig einen pragmatischen Idealismus. Idealismus, weil wir verpflichtet sind, die Welt grüner und lebenswerter zu gestalten. Pragmatismus, weil ich weiß, dass es viele Wege gibt, konkret und wirksam dazu beizutragen. Diese Haltung prägt mein Handeln – und sie ist auch Grundlage meiner Arbeit als Geschäftsführer der GEFA Produkte® Fabritz GmbH. Ich wünsche mir für unsere Familie, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für unsere Kundinnen und Kunden ein inspirierendes, partnerschaftliches Miteinander in einem Unternehmen, das der Nachhaltigkeit verpflichtet ist. Dabei gilt es selbst verständlich, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Realität in Einklang zu bringen. Diesen Spagat meistern wir bei GEFA, indem wir GaLaBau-Profis, Planern und Kommunen professionelle Werkzeuge und durchdachte Systeme an die Hand geben, die Pflanzungen effizienter machen und urbane Räume langfristig begrünen. Wenn Städte dank GEFA Produkten grüner, widerstandsfähiger und lebenswerter werden, sind wir unserem Ziel bereits ein gutes Stück nähergekommen. Diese Haltung endet für mich nicht bei Produkten und technischen Lösungen – sie zeigt sich auch in den Details. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst dafür ent schieden, dieses Buch nachweisbar auf Papier mit dem Blauen Engel drucken zu las sen. Der Blaue Engel steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, für eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Herstellung sowie für eine deutlich ge ringere Belastung von Klima, Wasser und Wäldern. Das verwendete Recyclingpapier reduziert den Einsatz von Frischfasern, senkt den Energie- und Wasserverbrauch in der Produktion und verzichtet weitgehend auf problematische Chemikalien. Für mich ist diese Entscheidung ein konsequenter Schritt: Nachhaltigkeit soll bei GEFA nicht nur ein Anspruch sein, sondern sichtbar und greifbar umgesetzt werden. Gleichzeitig erfüllt das Papier höchste qualitative Anforderungen und sorgt für eine angenehme Haptik sowie gute Lesbarkeit – ein wichtiger Aspekt für ein Fachbuch, das im Arbeitsalltag genutzt wird. So verbindet dieses Buch Inhalt und Material auf glaubwürdige Weise. Es steht für einen pragmatischen Idealismus, der Verantwortung übernimmt und dort handelt, wo es möglich ist – im Großen wie im Kleinen. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und hoffe, dass dieses Buch Sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützt und inspiriert.
Ihr Thorsten A. Fabritz
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GEFA Planungsbuch
ALLE THEMEN IM ÜBERBLICK Inhaltsverzeichnis
EINBLICKE UND IMPULSE
Firmenporträt über Verantwortung und Innovation
8-9
Dünger Standortstress u. unzureichende Vitalität von Gehölzen
GEFA setzt auf Nachhaltigkeit
10-11
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Der Baum in der Stadt – Vitales Laub
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GROWtect PflanzVital Retentis ® Baumbindung Sensible Anwachsphase von Bäumen
Optimale Baumpflanzung nach FLL-Richtlinien
13-15 16-18
Pflanzung von Bäumen in der Stadt
90-91 92-93
GEFA Baumbindegurte
Ballenverankerung Verankerungssysteme für urbane Baumpflanzungen
94-95
PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ® Standortkonflikte im urbanen Raum
96-101 102-103 104-105 106-107 108-109 110-111
GEFA TREELOCK ®
GEFA TREELOCK ® Objekt Bosco Verticale – Mailand Wonderwoord – Utrecht Trudo Tower – Eindhoven
22-23 24-29 30-31 32-33 34-35 36-37 38-39
TreeParker ® -System
Baumrigolensystem mit TreeParker ®
GEFA Bio-Gurte
Baumquartiere Düsseldorf – Schadowstraße
Baumverankerung Für starke Bäume in jeder Umgebung
Baumquartiere Mainz
112-113 114-115
Wachstumsvergleich am Tegernsee Entwicklung urbaner Standorte
GEFA Baumverankerung
Stadtbäume schützen Schutz vor Verdichtung, Beschädigung u. Vandalismus 116-117 GEFA Baumschutz-Gitter 118-119 GEFA Baumschutz-Roste 120-121 Pflege u. Schutz von Stadtbäumen in den ersten Standjahren Pflegekonzepte gemäß FLL-Richtlinien 122-124 Dauerhafte Lösung für effektive Baumbewässerung 126-127 GEFA-Gießrand 128-129 Bäume sichern – Wasser gezielt einsetzen 130-131 GEFA Bewässerungssack 132-133 Effektiver Stammschutz für junge u. etablierte Bäume 134 PLANTASAFE ® und BiteProtect ® 135 Baumgewicht in der Baumpflege- und Planung 136-139
Wurzelschutz und Wurzelführung GEFAguard ® Infrastruktur schützen, Wurzeln lenken 40-41 Wurzelwuchs lenken – Wurzelschutz oder -führung 42-43 GEFAguard ® HDPE 44-45 GEFAguard ® PP 46-47 GEFAguard ® TRG 48-49 Bewässerung und Belüftung LUWA ® -System Effizient Belüften – gezielt Bewässern 50-51 GEFA LUWA ® -System 52-54 GEFA LUWA ® -System mit Adapter 55 Substrate für die innerstädtische Baumpflanzung Bedeutung geeigneter Baumsubstrate 56-57 VULKATREE ® Humin 58-59 Bodenhilfsstoffe Trockenstress und Wasserknappheit 60-61 Retentis ® 62-65 Starkes Grün für morgen 66-67 FABROTON ® Tree 68-69 FABROTON ® Universal 70-71 Wassermangel und Bodenschwächen 72 STOCKOSORB ® – innovativer Bodenzuschlagstoff 73-77 Ohne gesunden Boden kein gesundes Grün 78-79 PERLHUMUS ® 80-81 POWHUMUS ® 82-83 Komplexe Herausforderung für Planung und Pflege 84 Das Prinzip Mykorrhiza 85-86 GEFA Mykorrhiza 87
PFLEGEN UND SCHÜTZEN
Kronensicherung Herausforderungen im urbanen Raum GEFA Kronensicherungssysteme GEFA Gurtbandsicherungssystem Schutz für den Baumstamm GEFA Arbotape ® Wundschutzfolie Unzureichender Schutz auf Baustellen Tipps für Altbäume und Standortverbesserung Altbäume schützen und erhalten Thermische Rindenschäden an Stadtbäumen GEFA Hohltausystem Treehug-Air Baumschutzmatte
142-143
144
146-147 150-151
152-153
154 155
156-157 158-159 160-165
ARBO-FLEX 7 plus
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MOBILE STADTBEGRÜNUNG
GEFA Flower Design Flexible Begrünungssysteme für jeden Standort Blühende Vielfalt für schöne Innenstädte
168-169
170 171 172 173
Kapillarpflanztürme Mastbegrünung Royal Mastbegrünung Brighton
RASEN IN STADT UND GARTEN
Mantelsaat mit Wasserspeicher Rasenflächen unter Druck
176-177 178-179
SEED & SORB ®
Bewässerungssysteme GREENDROP ®
180-181
Randeinfassungen Herausforderungen in der Flächenabgrenzung
182-183 184-185 186-187
GREENLINER ® Randeinfassung
RITE-EDGE Rasenkante
SUPPORT UND TOOLS
www.ausschreiben.de
190-191
Praxishandbuch Bäume und Baustellen
192 194 194
Bildnachweise
Impressum
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GEFA Planungsbuch
EINBLICKE UND IMPULSE
FIRMENPORTRÄT ÜBER VERANTWORTUNG UND INNOVATION
zu den nachgefragtesten Standardan bindungen für Jungbäume.
kronen und schützen damit den Men schen. Und Bodenhilfsstoffe und Wasser speichergranulate helfen Bäumen und Sträuchern, auch an ungünstigen Stand orten gesund wachsen zu können. Die GEFA Produkte ® Fabritz GmbH ist heute einer der führenden Lieferanten für Spe zialprodukte rund um Baumpflanzung, Baumpflege und Bodenverbesserung.
Sich ganz auf das grüne Wachstum konzentrieren. Gerhard Fabritz hatte sein Ziel klar vor Augen, als er 1990 einen Teilbereich der damaligen Fabritz GmbH ausgliederte. Er wollte seinen Fokus ganz auf den Erhalt der Umwelt legen und hatte das erste Produkt dafür schon entwickelt: die GEFA Baumbin dung. Heute zählt diese Baumbindung
Der Fabritz´sche Erfindungsreichtum trieb schnell weitere starke Wurzeln. GEFA TREELOCK ® , eine praktische Unterflur verankerung, ist durch den Trend zur Urbanisierung heute aktueller denn je. Kronensicherungssysteme sichern Baum
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FAMILIENBETRIEB Seine grüne Leidenschaft hat Gerhard Fabritz an seine Kinder Anja Chr. Kauls-Fa britz und Thorsten A. Fabritz weitergegeben. Der Sohn ist Diplom-Ökonom und heu te geschäftsführender Gesellschafter des erfolgreichen Familienbetriebs. Die Tochter kümmert sich um die kaufmännischen Geschicke des Unternehmens. In den Kapil laren dieser zweiten Generation fließen nach wie vor die Werte Innovationskraft, Kontinuität und Flexibilität. Die ständige Entwicklung neuer Produkte und Lösungen ist der Dünger für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens. Mit offenen Augen und Ohren begegnet man hier gleichermaßen Kunden, Lieferanten und eigenen Mit arbeitern.
Bei der GEFA Produkte ® Fabritz GmbH erwartet Sie ein spezialisiertes Produktportfolio – individuell abge stimmt auf Ihre Anforderungen. Unse re Experten aus Technik und Ökono mie beraten Sie kompetent. Auch wenn wir stetig gewachsen sind, sind wir immer noch ein Familienbe trieb. Es ist uns wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden hier feste An sprechpartner haben, denen Sie ver trauen können und von denen Sie eine kompetente Beratung erhalten.
Unsere Ansprechpartner unter www.gefafabritz.de
Anja Chr. Kauls-Fabritz Gesellschafterin
Thorsten A. Fabritz Geschäftsführer
Prof. h.c. Gerhard Fabritz Gründer
PARTNERSCHAFTEN Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Feldsaaten Freudenberger, Evo nik Industries, GREENMAX, Humberg oder Liros profitieren Landschaftsgärtner, Landschaftsarchitekten und Kommunen von abgerundeten Komplettlösungen aus einer Hand. Darüber hinaus tragen auch gute Beziehungen zu Vertriebspartnern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, Polen, Belgien, Italien, den Niederlanden und weiteren Ländern Europas ihre Früchte. Wer starke Wurzeln hat, kann seine Krone immer weiter ausbreiten. Mit der Erwei terung der Produktion und der Lagerflächen in Krefeld kann sich GEFA nun noch flexibler auf alle Kundenwünsche einstellen. Individuelle Anfertigungen sind logis tisch ebenso möglich wie die Auslieferung von Großmengen. Dabei werden auch die vielen kleinen Verzweigungen gehegt und gepflegt. Zum Beispiel erleichtert der GEFA-Onlineshop dem Anwender, sich über die Produkte zu informieren und rund um die Uhr zu bestellen. Was heute bestellt wird, ist in der Regel auch morgen auf der Baustelle. Durch die Integration von ausschreiben.de können auch Leistungstexte einfach in die eigenen Verzeichnisse übernommen werden. RESEARCH AND DEVELOPMENT Die GEFA steht seit ihrer Firmengründung für innovative Lösungen im Zeichen der Sicherung einer grünen Zukunft. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, kontinuierlich - Jahr für Jahr - neue Produkte und Bereiche aufzunehmen, die Sie unterstützen, Ihre Projekte noch erfolgreicher umzusetzen und, wo immer möglich, noch nachhaltiger zu agieren. Zu den neuesten Lösungen gehört u. a. Retentis ® , ein 100 % aus Lignin hergestelltes biologisches Hydrogel, das die Wasserspeicherung im Boden optimiert und so das Baumwachstum an trockenen Standorten unterstützt. Auf Nachhaltigkeit setzen wir auch bei bestehenden Lösungen, wie etwa der Kronensicherung. Unsere geprüfte Einsatzzeit von 10 Jahren im Bereich der Hohltaue sowie die Entwicklung des ersten Hohltauseils als Kronensicherung aus Recycling-Polyester sprechen für sich. Und unser Ideen- und Entwicklungspool sprudelt auch weiterhin nachhaltig.
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GEFA Planungsbuch 9
EINBLICKE UND IMPULSE
GEFA SETZT ZEICHEN FÜR NACHHALTIGKEIT – im Gespräch mit Jonas Herzog
Als Innovations- und Nachhaltigkeitsmanager gibt Jonas Herzog Einblicke in die ambitionierte Strategie der GEFA – von nachhaltigen Produktentwicklungen bis hin zu kulturellem Wandel im Unternehmen.
In Zeiten zunehmender globaler Her ausforderungen im Bereich des Umwelt schutzes und der Nachhaltigkeit hat sich die GEFA Produkte ® Fabritz GmbH dazu entschlossen, eine wegweisen de Initiative zu ergreifen. Als Vorreiter in der Branche für Garten- und Land schaftsbau setzt das Unternehmen nicht nur verstärkt auf eine nachhaltige Ent wicklung neuer, innovativer Lösungen, sondern hat dafür eigens eine neue Po sition im Unternehmen installiert: die des Nachhaltigkeits- und Innovationsmana gers. Mit Jonas Herzog bekleidet ein Eigengewächs die strategische Position. Im folgenden Interview gibt er Einblicke, wie das Unternehmen seine Vision von Nachhaltigkeit umsetzt und welche He rausforderungen und Chancen sich da bei ergeben. Jonas Herzog ist seit 2014 bei der GEFA tätig. Seine Karriere begann in der Ver triebsabteilung, in der er seine Fähigkei ten im Kundenkontakt und in der Pro duktpräsentation entwickelte. Über die Jahre hinweg betreute er verschiedene Produktbereiche und erhielt dadurch vielfältige Einblicke in das Unternehmen. Zudem ist er als Ausbilder im Unterneh men tätig, wo er sein Wissen und seine Erfahrungen an neue Kollegen weiter gibt und diese bei ihrem Einstieg in die Berufswelt unterstützt. Jonas Herzog hat sein Bachelorstudium in Betriebswirt schaftslehre abgeschlossen. Während
seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema Nachhaltig keit, was sein Interesse an nachhaltigen Geschäftspraktiken weckte. Er ist davon überzeugt, dass Unternehmen ihrer so zialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden müssen. Jonas Herzog brennt darauf, seine langjährige Er fahrung im Unternehmen sowie sein Fachwissen im Bereich Nachhaltigkeit einzubringen, um gemeinsam an einer positiven Zukunft für das Unternehmen und die Umwelt zu arbeiten. Herr Herzog, wie definieren Sie Nach haltigkeit? In einer Welt, in der sich der Wandel immer schneller durchsetzt und die Fachkompetenz immer mehr an Be deutung gewinnt, steigt auch die For derung nach Verbesserung, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und eine Lebensgrundlage für alle Menschen zu schaffen, ohne dabei den Planeten zu zerstören. Für mich bezieht sich Nachhaltigkeit auf die Fähigkeit, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen, ohne die Ressourcen zu erschöpfen oder die Umwelt langfristig zu beein trächtigen, und gleichzeitig die Be dürfnisse zukünftiger Generationen zu berücksichtigen. Zusammenfassend bezweckt Nachhaltigkeitsmanage ment sowohl eine nachhaltige Unter nehmensentwicklung als auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
Jonas Herzog Innovations- und Nachhaltigkeitsmanager
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von Wirtschaft und Gesellschaft durch unternehmerische Leistungen.
das Bewusstsein und die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich zu stärken. Darüber hinaus strebe ich an, unsere Kommuni kations- und Berichterstattungsprozesse zu verbessern, um transparent über un sere Fortschritte und Erfolge im Bereich Nachhaltigkeit zu informieren und unser Engagement zu fördern. Insgesamt möchte ich dazu beitragen, dass Nach haltigkeit nicht nur als isoliertes Thema betrachtet wird, sondern als integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrate gie und -kultur verankert wird. Welche Vision haben Sie für die Nach haltigkeitsstrategie im Unternehmen und wie lauten Ihre Pläne, um diese Ziele zu erreichen? Meine Vision für die Nachhaltigkeits strategie der GEFA besteht darin, eine umfassende und ganzheitliche Heran gehensweise zu verfolgen, die ökologi sche, soziale und wirtschaftliche Aspek te berücksichtigt. Mein Ziel ist es, dass Nachhaltigkeit fest in die DNA des Un ternehmens integriert wird und nicht nur als separate Initiative betrachtet wird, sondern als grundlegender Bestandteil aller Geschäftsprozesse und Entschei dungen. Ich werde darauf achten, dass unsere Nachhaltigkeitsziele klar und transparent kommuniziert werden, so wohl intern als auch extern, um das En gagement unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner zu fördern. Kurz gesagt, meine Vision für die Nach haltigkeitsstrategie des Unternehmens besteht darin, eine nachhaltige und ver antwortungsvolle Unternehmenskultur zu schaffen, die langfristige Wertschöp fung für alle Beteiligten ermöglicht und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Gesellschaft und zur Umwelt leistet. Welche Rolle spielen dabei nachhalti ge Produkte? Nachhaltige Produkte spielen eine ent scheidende Rolle bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Ein herausragendes Beispiel ist die Einfüh rung des biologischen Wasserspeichers Retentis ® . Wir waren die ersten, die den Superabsorber STOCKOSORB ® im Ga
LaBau in Deutschland erfolgreich einge führt haben, und wir sind, fast 30 Jahre später, jetzt auch die ersten, die einen 100 % biologischen Wasserspeicher mit einer entsprechenden Performance in den Markt bringen. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung der ersten Kronensicherung aus Recyc lingmaterial. Kronensicherungen sind an sich ja grundsätzlich nachhaltig, weil sie Baumteile erhalten, die CO 2 spei chern. Und unser Hohltau aus recycel tem Polyester verstärkt dies noch, weil es einen wichtigen Beitrag zur Reduzie rung von Abfall leistet und 70 % CO 2 gegenüber der Verwendung von her kömmlichem PES einspart. Durch die In tegration solch nachhaltiger Produkte in unser Sortiment tragen wir dazu bei, die Umweltauswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen zu minimieren und gleichzeitig innovative Lösungen anzu bieten, die sowohl unseren Kunden als auch der Umwelt zugutekommen.
Können Sie uns bitte etwas über Ihre persönliche Motivation und die Gründe erzählen, warum Sie sich entschieden haben, die Rolle des Nachhaltigkeits managers bei der GEFA anzunehmen? Meine Entscheidung, die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagers bei der GEFA anzunehmen, basiert auf meiner Über zeugung, dass Unternehmen eine ent scheidende Rolle bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen im Be reich Umweltschutz und soziale Verant wortung spielen können. Die GEFA hat einen Ruf als führendes Unternehmen in ihrer Branche, und ich sehe in dieser Po sition die Möglichkeit, einen bedeuten den Beitrag zur Förderung nachhaltiger Geschäftspraktiken zu leisten. Ich glaube fest daran, dass wir durch strategische Nachhaltigkeitsinitiativen nicht nur das Unternehmen stärken können, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft und die Umwelt ausüben können. Ich freue mich darauf, mit dem Team zusammenzu arbeiten, um unsere Nachhaltigkeitszie le zu erreichen und eine nachhaltigere Zukunft aufzubauen. Unser Slogan „Si chert eine grüne Zukunft“ drückt aus, wie wichtig es für uns als Unternehmen ist, Nachhaltigkeit zu fördern. Warum sollten wir nicht darauf achten, dass un sere Handlungen diesem Slogan auch tatsächlich gerecht werden? Welche spezifischen Ziele haben Sie für Ihre ersten Monate und Ihr erstes Jahr in dieser Rolle? Zunächst einmal geht es darum, eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Nachhaltigkeitspraktiken und -initiativen des Unternehmens durchzu führen, um Stärken und Verbesserungs potenziale zu identifizieren. Auf dieser Grundlage werde ich dann gemeinsam mit den relevanten Abteilungen strategi sche Ziele und Pläne entwickeln, die da rauf abzielen, unsere Nachhaltigkeits leistung kontinuierlich zu verbessern.
KLIMA freundlich
In Zukunft erkennen Sie unsere be sonders nachhaltigen und klimapo sitiven Produkte an diesem neuen Logo. Es bezieht sich auf Produkte aus Materialien, CO 2 -neutral pro duzierten Komponenten oder auf Lösungen, die vollständig biolo gisch abbaubar sind.
Ein weiteres Ziel ist es Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit anzubieten, um
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EINBLICKE UND IMPULSE
Der Baum in der Stadt – VITALES LAUB Bedeutung von Stadtbäumen im Klimawandel
nahmen. Untersuchungen zeigen, dass durch die strategische Anpflanzung von Bäumen die Lufttemperatur um bis zu 8 °C gesenkt werden kann. Dies mindert die Bildung städtischer Hitzeinseln, ver bessert das Mikroklima und trägt zur Anpassung an die Folgen des Klimawan dels bei. Ein einziger Baum kann jähr lich bis zu 150 kg CO 2 absorbieren und rund 500 g Feinstaub (PM10), Ozon und Stickstoffdioxid (NO 2 ) aus der Luft filtern, was einen erheblichen Beitrag zur Ver besserung der Luftqualität darstellt. „Da gibt man Geld für Sonnensegel aus und überlegt sich komplizierte Maßnahmen gegen Feinstaub – dabei kann ein ge
Bäume haben eine entscheidende Be deutung für die Qualität des Lebens umfelds in Städten. Sie verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern tragen wesentlich zur Verbesserung der oft schlechten Umweltbedingungen bei. So absorbieren sie beispielsweise CO 2 , fil tern Feinstaub, spenden Schatten und kühlen die Umgebung durch Transpira tion. Angesichts der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Herausfor derungen für Städte ist es von zentraler Bedeutung, den Baumbestand zu pfle gen und zu erweitern. Die zunehmende Erwärmung, insbesondere in städtischen Gebieten, erfordert resiliente Maß
sunder Baum das alles dauerhaft leis ten, bei einem Bruchteil der Kosten.“ , so Dipl.-Ing. Alexander Magerl, Fachberater GEFA Produkte ® Fabritz GmbH. Neben der Verbesserung der Luftquali tät leisten Bäume auch einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität, indem sie Tieren und Pflanzen Lebensraum und Schutz bieten. Auch für die psychische und physische Gesundheit der Stadt bevölkerung sind Bäume von unschätz barem Wert. Studien belegen, dass der Zugang zu Grünflächen den Blutdruck senkt, Stress reduziert und das allgemei ne Wohlbefinden steigert.
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OPTIMALE BAUMPFLANZUNG NACH FLL-RICHTLINIEN
Eine optimale Baumpflanzung muss neben der Einhaltung von Vorschriften und der Berücksichtigung der genann ten Empfehlungen sowohl ästhetische als auch ökologische, städtebauliche und soziale Kriterien erfüllen. Es gibt verschiedene Faktoren, die bei der Pla nung und Durchführung der Pflanzung berücksichtigt werden müssen, um eine langfristige Integration des Baumes in das städtische Umfeld zu gewährleisten.
Stellvertretend seien hier die FLL-Richtli nien für Baumpflanzungen (derzeit noch Teil 1 und 2, aktuell in Überarbeitung) genannt. Sie definieren klare Vorgaben und Empfehlungen für die Größe der Pflanzgruben, die Bodenqualität, die Sicherung von Jungbäumen, die Ver sorgung mit Wasser und Luft usw.. Die Umsetzung dieser Vorgaben ist ent scheidend für die langfristige Vitalität der Stadtbäume.
Für eine nachhaltige Etablierung von Bäu men im urbanen Raum ist es essenziell, dass die Bedingungen für Jungbäume so optimal wie möglich gestaltet werden, der passende Baum an der passenden Stelle zum Einsatz kommt und richtig sowie ver nünftig gepflanzt und gepflegt wird. Hier zu gibt es in Deutschland entsprechende Richtlinien, DIN-Normen, Arbeitskreise und Institutionen, die vorschreiben oder empfehlen, wie eine optimale Pflanzung erfolgen muss bzw. sollte.
1. AUSWAHL DES STANDORTES Platzverhältnisse:
Der Standort muss genug Platz bieten, damit der Baum sowohl in der Breite als auch in der Höhe ungehindert wachsen kann. Dies gilt insbesondere für den Wurzelraum, der oft in städtischen Umgebungen durch Gebäude, Straßen, Park plätze oder Leitungen eingeschränkt ist. Sonneneinstrahlung: Der Standort sollte den Lichtbedürfnissen der jeweiligen Baumart gerecht werden. Bodenbeschaffenheit: Der Boden sollte gut durchlässig und nährstoffreich sein. In städtischen Gebieten ist der Boden oft verdichtet oder kon taminiert, weshalb manchmal eine Bodenverbesserung oder das Auffüllen mit speziellem Substrat notwendig ist. Verkehrstechnische Anforderungen: Der Baum darf die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Es muss darauf geachtet werden, dass der Baum nicht zu nahe an Straßen, Fußgängerwegen oder Gebäudegrenzen gepflanzt wird, um spätere Kollisionen oder Schäden zu vermeiden. 2. AUSWAHL DER BAUMART Anpassungsfähigkeit: Die Baumart muss an das lokale Klima und die städtische Umwelt angepasst sein. In Deutschland eignen sich besonders robuste Arten, die sowohl Hitze als auch Trockenheit, Kälte und Luftverschmutzung tolerieren. Pflegebedarf: Der Pflegeaufwand sollte in Betracht gezogen werden. Baumarten, die wenig Pflege benötigen, sind besonders in städ tischen Gebieten vorteilhaft, da die Ressourcen für Baumpflege oft begrenzt sind. Eine ausführliche Empfehlung findet sich auch in der GALK-Liste, oder Sie fragen den Fachberater bei Ihrer örtlichen Baumschule.
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EINBLICKE UND IMPULSE
3. AUSWAHL TECHNISCHER LÖSUNGEN Wurzelraum und Bodenverbesserung:
In städtischen Umgebungen ist der Wurzelraum oft durch asphaltierte oder gepflasterte Flächen eingeschränkt. Deshalb muss genügend Wurzelraum durch spezielle Pflanzgruben geschaffen werden, die mindestens 1,5 bis 2 Meter tief und breit sind. Belüftete Baumgruben: Diese sorgen dafür, dass Sauerstoff an die Wurzeln gelangt und eine ordnungsgemäße Entwässerung gewährleistet ist. Bodenverbesserung: Wenn der vorhandene Boden nicht geeignet ist, sollte er mit entsprechenden Hilfsstoffen angereichert oder durch spe zielle Substrate ersetzt werden. Jungbaumsicherung: In den ersten Jahren nach der Pflanzung benötigen junge Bäume möglicherweise Unterstützung durch Pfähle, um einen stabilen Stand zu gewährleisten. Diese sollten nicht zu fest angebracht werden, um die Bewegungsfreiheit des Baumes zu ermöglichen und das Wurzelwachstum zu fördern. Bewässerung: Da junge Bäume gerade in städtischen Gebieten oft mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, sollte ein Bewässerungs system eingerichtet werden, das die kontinuierliche Versorgung sicherstellt, insbesondere in den ersten Jahren. Gieß ringe, automatische Anlagen, Bewässerungssäcke – nur in den Sommermonaten am Stamm lassen -, perforierte Rohre oder Wasserspeicher können helfen. Wurzelschutzsysteme: Um Schäden an umliegenden Straßen und Gehwegen zu verhindern, können Wurzelschutzsysteme wie z. B. Wurzel sperren installiert werden. Diese verhindern, dass Wurzeln zu nahe an die Oberflächenstrukturen gelangen oder Leitun gen beschädigen können. 4. PFLEGE NACH DER PFLANZUNG Regelmäßige Bewässerung: Gerade in den ersten Jahren nach der Pflanzung muss der Baum regelmäßig gewässert werden, insbesondere während der Sommermonate. Baumscheibe freihalten: Die Fläche um den Baum herum (Baumscheibe) sollte frei von Konkurrenzvegetation wie Gras oder Unkraut gehalten werden. Eine Mulchschicht aus Holzschnitzeln, Kokosscheiben oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert Unkrautwuchs. Schnitt und Pflege: Um eine optimale Entwicklung der Krone und der Äste zu gewährleisten, sollten regelmäßig Pflegeschnitte durchgeführt werden. Ziel ist es, tote oder beschädigte Äste zu entfernen und eine gleichmäßige Kronenstruktur zu fördern. Unbe dingt bei der Pflanzung auf den Pflanzschnitt achten! 5. ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE INTEGRATION Klimaanpassung: Bäume spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung des städtischen Wärmeinseleffekts. Durch die Verdunstung und die Schattenspendung tragen sie zur Kühlung der Stadt bei. Lärmschutz: Bäume können als natürlicher Lärmschutz dienen, insbesondere in verkehrsreichen Gebieten. Erholungswert: Bäume verbessern das Stadtbild und schaffen Erholungsplätze für die Bewohner. Sie können auch Treffpunkte für die soziale Interaktion bieten, insbesondere in Form von grünen Plätzen, Parks oder Alleen. Förderung der Biodiversität: Die Pflanzung verschiedener Baumarten fördert die städtische Biodiversität, da unterschiedliche Baumarten unterschied lichen Tieren Nahrung und Lebensraum bieten.
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6. BESONDERE HERAUSFORDERUNGEN IN STÄDTEN Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung: Bäume müssen in der Lage sein, mit den hohen Belastungen durch Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub umzu gehen. Dies ist bei der Auswahl der Baumart zu berücksichtigen. Vandalismus: Gerade in dicht besiedelten Stadtgebieten ist der Schutz von Jungbäumen vor Vandalismus ein wichtiges Thema. Schutzmaßnahmen wie Baumgitter oder ähnliche Vorrichtungen können notwendig sein, um Beschädigungen durch Menschen oder Tiere zu verhindern. 7. PLANUNG UND EINBINDUNG DER BÜRGER Bürgerbeteiligung: Bürgerbeteiligung ist oft ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Baumpflanzung. Pflanzung in Gemeinschaftsaktionen: Solche Aktionen stärken nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern auch den Zusammenhalt der lokalen Gemeinschaft.
Bestand halten
Äste aus, die von Tieren als Nist- und Rückzugsorte genutzt werden.
gibt hierzu umfassende Hinweise, Richt linien und Vorgaben.
Zusätzliche Grünoasen mit Jungbäumen in der Stadt zu schaffen und möglichst lange am Standort zu etablieren, ist je doch nur die eine Seite der Medaille. Ge rade alte, ausgewachsene Bäume leis ten durch ihre Größe und Vitalität einen noch wichtigen Beitrag zum Stadtklima und zur Lebensqualität. Doch der Erhalt von Bestandsbäumen in der Stadt bringt Herausforderungen mit sich. Neben der Pflege spielt die Einhaltung der Ver kehrssicherungspflicht eine zentrale Rol le, um Schäden und Unfälle durch Bäu me zu verhindern. Die ZTV-Baumpflege der FLL (Forschungsgesellschaft Land schaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.)
NACHHALTIGE PFLEGE UND ERHALT VON BESTANDSBÄUMEN
PFLEGE VON HABITATBÄUMEN: SCHUTZ WERTVOLLER LEBENSRÄUME
stellen, dass Bestandsbäume nicht nur als natürliche Elemente im Stadtbild erhalten bleiben, sondern auch weiter hin ihre vielfältigen ökologischen und klimatischen Aufgaben erfüllen. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick über solche Lösungen, deren Hinter grund, die technischen Voraussetzun gen, Ausschreibungshinweise, Ein bautipps und realisierte Projekte. Er konzentriert sich rein auf Baumpflan zungen in der Stadt. Informationen rund um die moderne urbane Pflege von Be standsbäumen finden Sie in einer sepa raten Publikation. Die Pflege von Bestandsbäumen in der Stadt erfordert Fachwissen und ein ver antwortungsbewusstes Vorgehen. Re gelmäßige Kontrollen zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht, der Ein satz von Kronensicherungssystemen so wie der Schutz von Wurzeln und Baum habitaten sind zentrale Maßnahmen, um die Langlebigkeit und Vitalität der Bäume zu sichern.
Bäume im urbanen Raum sind unver zichtbare Elemente, die das Klima re gulieren, die Luft reinigen und die Le bensqualität steigern. Eine nachhaltige Baumpflanzung nach den FLL-Richtlini en, kombiniert mit modernen Technolo gien wie Wurzelkammersystemen sowie Belüftungs- und Bewässerungssystemen, ausgewählten Spezialsubstraten und zielgerichteten Düngern und Bodenhilfs stoffen, schafft die Voraussetzung dafür, dass Stadtbäume auch unter schwieri gen Bedingungen gedeihen können. Durch den Einsatz moderner Techno logien und nachhaltiger Baumpflege methoden können Städte zudem sicher Doch selbst wenn der Baum geschädigt oder gar abgestorben ist, kann er noch wertvolle Dienste leisten – als sogenann ter Habitatbaum. Diese Bäume bieten wertvollen Lebensraum für viele Tier arten, insbesondere für Vögel, Insekten und Fledermäuse. Habitatbäume zeich nen sich durch besondere Strukturen wie Totholz, Höhlen oder abgebrochene
FAZIT
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EINBLICKE UND IMPULSE
PFLANZUNG VON BÄUMEN IN DER STADT Leitfaden für optimale Baumbepflanzung nach den FLL-Richtlinien
de DIN-Normen (wie DIN 18915 und 18916), insbesondere dann, wenn diese Regeln nicht ausreichen, um das Ziel der Bepflanzung zu erreichen. Dies kommt vor allem zur Anwendung bei Standor ten wie Schulhöfen, Straßen oder Plät zen, wo der Boden oft stark beansprucht wird oder schwer zu durchwurzeln ist. Sie helfen auch dabei, Alternativen zu finden, wenn der Standort für größere Bäume nicht geeignet ist. Im Folgenden haben wir die Empfeh lungen aus „Baumpflanzungen Teil 2 (Stand 2015) für Sie durchsucht und die Inhalte zusammengetragen, für die die GEFA Produkte ® Fabritz GmbH entspre chende technische Lösungen anbietet. Details zu diesen Lösungen finden Sie auf den entsprechenden Folgeseiten.
den. Stadtbäume müssen daher hitzeto lerant, trockenresistent und robust gegen Schadstoffeinträge sein. Diese Eigen schaften tragen zur Resilienz von städti schen Ökosystemen bei und sind daher bei der Auswahl geeigneter Baumarten entscheidend.
Die Pflanzung von Bäumen im urbanen Raum ist ein zentraler Bestandteil nach haltiger Stadtplanung und ein essen zieller Beitrag zur Klimaanpassung. In Zeiten des Klimawandels stehen Städte vor der Herausforderung, grüne Infra strukturen zu schaffen, die sowohl die Lebensqualität erhöhen als auch das Stadtklima positiv beeinflussen. Stadt bäume bieten nicht nur Schatten und kühlen die Luft, sondern tragen auch zur Reduktion von CO 2 und Feinstaub bei. Allerdings müssen Stadtbäume zuneh mend widrigen Bedingungen wie Hitze stress, Trockenheit und versiegelten Flä chen standhalten. Die Klimaerwärmung führt zu erhöhten Temperaturen und extremen Wetterereignissen, die vor al lem in Städten durch den sogenannten Urban-Heat-Island-Effekt verstärkt wer
OPTIMALE BAUMPFLANZUNG NACH FLL-RICHTLINIEN
Die Umsetzung der Fachrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsent wicklung Landschaftsbau (FLL), insbeson dere die FLL-Empfehlungen für Baum pflanzungen Teil 1 und 2, bietet eine so lide Grundlage, um Stadtbäume lang fristig gesund zu etablieren. Die „Emp fehlungen für Baumpflanzungen“ der FLL fußen auf und ergänzen bestehen
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WURZELRAUM UND UNTERIRDISCHER RAUMBEDARF • Der Wurzelraum von Bäumen reicht oft weit über den Kronentrauf hinaus, wobei die Durchwurzelungstiefe bis zu 1,5 m und bei guten Boden-Luft-Bedingungen noch tiefer reichen kann. • In städtischen Umgebungen ist der verfügbare Wurzelraum oft begrenzt. Um diesen Mangel auszugleichen, können tiefe Pflanzgruben, spezifische Pflanzsubstrate und Bauweisen genutzt werden, die den Bodenraum unter Verkehrs flächen erschließen. Pflanzgruben sollten mindestens ein Volumen von 12 m³ aufweisen. Spezielle Wurzelkammer systeme, wie etwa das TreeParker-System, helfen, den Wurzelraum zu erweitern und minimieren das Risiko der Überverdichtung von Substraten. Diese Systeme erweitern nicht nur den Lebensraum des Baumes, sondern schützen gleichzeitig die umliegende Infrastruktur vor Schäden.
PFLANZGRUBENGRÖSSE • Die Mindestgröße für Pflanzgruben beträgt 12 m³, wobei eine Tiefe von mindestens 1,5 m empfohlen wird. Bei spe ziellen Begrünungszielen können größere Gruben erforderlich sein, beispielsweise 24 m³ oder 36 m³. • Bei Baumreihen, insbesondere auf befestigten Flächen, wird empfohlen, die Pflanzgruben größer zu gestalten oder durch Wurzelgräben zu verbinden.
BODEN- UND BAUGRUNDANFORDERUNGEN • Die Wasserdurchlässigkeit des Baugrunds unter der Pflanzgrubensohle muss bestimmte Werte aufweisen, um Stau nässe zu vermeiden. Bei wasserundurchlässigen Schichten sind Bohrungen oder Drainagen notwendig.
PFLANZLOCH UND PFLANZGRUBE • In der DIN 18916 werden die Begriffe „Pflanzgrube“ und „Pflanzloch“ als Synonyme verwendet. Während das Pflanzloch eine Vertiefung zur Aufnahme des Ballens oder Wurzelwerks darstellt, beschreibt die Pflanzgrube einen großvolumigen Grubenraum, der mit geeigneten Substraten aufgefüllt wird.
PFLANZGRUBENBAUWEISEN • Zwei Haupttypen von Pflanzgrubenbauweisen: Bauweise 1: Offene, nicht überbaute Pflanzgruben (für Grünflächen). Bauweise 2: Überbaute Pflanzgruben, die auch als Baugrund für Verkehrsflächen dienen.
Die Bauweise muss sowohl den Baum als auch die Belastung der Verkehrsflächen berücksichtigen. • Es gibt detaillierte Vorgaben zu Substraten, die für beide Bauweisen geeignet sind, um Wasser- und Luftversorgung sicherzustellen.
BELÜFTUNGS- UND BEWÄSSERUNGSMASSNAHMEN • Zur langfristigen Sicherung des Wurzelraums sind bautechnische Belüftungs- und Bewässerungsmaßnahmen, z. B. mittels Graben- oder Tiefenbelüftung, sinnvoll. Diese Maßnahmen verbessern die Luftzufuhr in die umliegenden Bo denschichten und fördern die Wurzelausbreitung in tiefere Bereiche. Die GEFA bietet mit einem speziellen System die Kombination von mittel- und langfristiger Belüftung und Bewässerung mit nur einer Einfüllöffnung an (LUWA ® -System). Die ergänzende Verwendung von spezialisierten Bodenhilfsstoffen erhöht die Wasserhaltefähigkeit des Substrats und spielt ihre Vorteile besonders in Trockenperioden aus.
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EINBLICKE UND IMPULSE
SUBSTRATANFORDERUNGEN • Eine optimale Bodenbeschaffenheit ist entscheidend für die Gesundheit der Bäume. Substrate für Pflanzgruben müs sen gemäß DIN 18915 schadstofffrei und pflanzenverträglich sein. Das Material darf keine umwelt- oder pflanzen schädlichen Stoffe enthalten. Für Pflanzgrubenbauweise 1 und 2 gelten unterschiedliche Substratvorgaben, insbeson dere hinsichtlich der Korngrößenverteilung. Spezielle Substrate wie das von Vulkatec entwickelte „VULKATREE Humin“ bieten ein gutes Verhältnis zwischen Festigkeit und Durchlässigkeit. JUNGBAUMSICHERUNG UND VERANKERUNG • Zur Stabilisierung von Jungbäumen ist eine geeignete Verankerung notwendig. Systeme wie unterirdische Ballenveran kerungen, oberirdische Baumverankerungen oder klassische Pfahlbindungen bieten flexible und verlässliche Lösungen, um die Bäume vor Windwurf zu schützen, ohne das Wurzelwachstum zu beeinträchtigen. Die gewählten Verankerungen sollen regelmäßig kontrolliert und angepasst werden, um Schäden am Baum oder Ballen zu vermeiden. WASSERVERSORGUNG IN DEN ERSTEN STANDJAHREN • Um die Versorgung des Jungbaumes mit ausreichend Wasser sicherzustellen, empfiehlt die FLL die direkte Bewässe rung des Ballens. Die Ausbildung von Gießmulden soll dazu beitragen, Gießwasser direkt an den Ballen zu leiten und Wasserverluste zu vermeiden. Nach der Fertigstellungspflege kann die Gießmulde für die weitere Entwicklungspflege vergrößert werden. Gießmulden können z.B. mit speziellen Gießrändern aus unterschiedlichen Kunststoffen herge stellt werden. Wassersäcke dienen ebenfalls der gezielten Bewässerung des Ballenbereichs. WURZELSCHUTZ UND WURZELFÜHRUNG • Wurzelschutzsysteme verhindern, dass Wurzeln unter versiegelte Flächen oder in Rohre eindringen. Diese Sperren sollten stabil genug sein und so gestaltet werden, dass sie die Wurzelentwicklung auf den vorgesehenen Raum be schränken. Wurzelschutzsysteme sind in der Regel glatte Bahnen aus Spezialkunststoffen. Mit Hilfe von Wurzelleit systemen, die über Rippen verfügen und ebenfalls aus Spezialkunststoffen hergestellt werden – entweder als Platten oder auf Rolle – können die Wurzeln zusätzlich in bestimmte Bereiche geleitet werden. DÜNGUNG, BODENHILFSSTOFFE UND MYKORRHIZA • Eine Ergänzung durch Bodenhilfsstoffe und Dünger kann das Wachstum und die Vitalität der Bäume verbessern. Huminstoffe fördern das Bodenleben, während Absorber die Wasserspeicherung optimieren. Dies sorgt für günstige Wachstumsbedingungen für die Bäume und sorgt dafür, dass sie auch in den ersten Standjahren ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgt sind. Mykorrhiza-Impfstoffe sind besonders nützlich für die Förderung der Wasser- und Nährstoffaufnahme der Bäume. Diese sollten direkt im Bereich der Feinwurzeln eingebracht werden. Die FLL empfiehlt hier, baumartspezifische Mykorrhiza zu verwenden.
in den ersten Standjahren ist eine inten sive Pflege entscheidend für die Vitalität der Bäume. Gleichzeitig dürfen auch Bestandsbäume nicht vernachlässigt wer den. Regelmäßige Pflegemaßnahmen und die Sicherung der Baumkronen sind notwendig, um sowohl die Verkehrssi cherheit zu gewährleisten als auch die positive Wirkung dieser Bäume auf das Stadtklima langfristig zu erhalten.
Eine erfolgreiche und nachhaltige Baum pflanzung in der Stadt erfordert eine um fassende Planung unter Beachtung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmun gen, DIN-Normen und der FLL-Richtlini en. Diese beinhalten die richtige Dimen sionierung der Pflanzgruben, die Wahl geeigneter Substrate, die Sicherstellung der Wasser- und Luftversorgung sowie die Verankerung der Bäume. Besonders
FAZIT
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Rotterdam - Coolsingel, Niederlande
PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Grundstein für nachhaltiges Wachstum
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PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ®
Der Stadtbaum als funktionales Planungselement im urbanen Raum
Rotterdam – Binnenrotte, Niederlande 2022
4 Jahre später
Paris – Eiffelturm, Frankreich 2020
Paris – Eiffelturm, Frankreich 2024
Paris – Eiffelturm, Frankreich 2024
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Herausforderungen für den Stadtbaum STANDORTKONFLIKTE IM URBANEN RAUM
stark verdichtet – mit negativen Folgen für Luft- und Wasserhaushalt im Wurzel raum. Die Folge: schlechte Wachstums bedingungen und eine deutlich verkürz te Lebensdauer der Bäume.
Die Integration von Bäumen in den Stadtraum bleibt herausfordernd. Inner städtische Lebensräume sind geprägt durch dichte Bebauung, versiegelte Flächen und hohe Temperaturen. Was ser kann kaum versickern, unterirdische Leitungen behindern das Wurzelwachs tum. Hinzu kommen Bodenverdichtung, Trockenheit und Nährstoffmangel – Be dingungen, die das Wachstum schwä chen und die Bäume anfällig für Krank heiten und Schädlinge machen. Straßenbau und Baumstandorte stehen oft im Widerspruch: Um technische An forderungen zu erfüllen, werden Böden
ZENTRALE PROBLEME URBANER BAUMSTANDORTE: • Zu geringer Wurzelraum • Stark verdichteter, sauerstoffarmer Boden • Mangelhafte Entwässerung • Zu kleine Baumscheiben • Hoher Streusalzeintrag im Winter
Haar – Seniorenheim, Deutschland 2019
Haar – Seniorenheim, Deutschland 2019
1 Jahr später
Antwerpen – Mediaplein, Belgien 2022
Antwerpen – Mediaplein, Belgien 2023
Antwerpen – Mediaplein, Belgien 2023
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PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ®
Lebenswerte Stadt durch Stadtbäume Stadtbäume übernehmen im urbanen Umfeld eine Vielzahl essenzieller Funk tionen: Sie strukturieren Räume, regulie ren das Mikroklima, fördern die Biodi versität und leisten einen wichtigen Bei trag zur Aufenthaltsqualität. Im Kontrast zur dynamischen Stadtentwicklung steht der langlebige Baum als stabilisierendes Element und visuelle Ruhezone im öf fentlichen Raum. staubbindung, Temperaturregulierung und städtebaulicher Aufwertung – und baulichen Anforderungen (z. B. Leitungs führung, Straßenraumorganisation, Pfle geaufwand) werden Bäume häufig in Parks oder Waldflächen ausgelagert. Dies führt zu einer räumlichen Ent kopplung von Begrünung und belebtem Stadtraum.
den Mehrwert integrierter Begrünungs strukturen. Insbesondere Straßenbäume rücken durch den Klimawandel und seine Folgen stärker in den Fokus. Ihre Wirksamkeit bei der Verringerung ur baner Hitzeinseln und Luftbelastung ist wissenschaftlich belegt. Zudem steigert die Präsenz von Stadtgrün messbar den Wert von Immobilien und beeinflusst das Wohnumfeld positiv.
In jüngerer Zeit ist jedoch ein Umden ken erkennbar: Stadtplaner und kom munale Bauämter erkennen zunehmend
Im Spannungsfeld zwischen ökologischen Leistungen – wie Luftreinhaltung, Fein
TREEPARKER ® -SYSTEM Ein durchdachtes System für urbane Baumstandorte
TreeParker ® ist ein speziell für den städ tischen Raum entwickeltes Wurzelma nagement-System, das gezielt auf die besonderen Anforderungen urbaner Standorte eingeht. Entwickelt wurde es von TreeBuilders – einem auf Stadtgrün spezialisierten Unternehmen – in enger Zusammenarbeit mit Architekten, Inge nieuren und Fachkräften aus der Pra xis. Die GEFA vertreibt das System in Deutschland. Mit TreeParker ® bietet unser nieder ländischer Partner TreeBuilders eine innovative Antwort auf die stetig wach senden Anforderungen an Baumstand orte in Städten. Das System erfüllt die Anforderungen aktueller Regelwerke und berücksichtigt die Erfahrungen von Fachplanern und Stadtgrün-Experten gleichermaßen.
Video TreeParker ® -System
Ausschreibungstext
TreeParker ® www.ausschreiben.de
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Optimale Bedingungen für Stadtbäume
602 mm
Ein TreeParker ® -Modul besteht aus: 1. Rahmen (Boden- und Kopfteil) 2. Vier Pfosten zum Verschließen 3. Deckel zur Schließung des Moduls Diese Struktur ermöglicht eine schnelle Montage und lässt sich bereits in der Planungsphase optimal abstimmen.
58 mm
55 mm
Flexibler, modularer Aufbau Unter versiegelten und offenporigen Oberflächen Substrat bleibt unverdichtet Wasser- und luftdurchlässig, ideal für gesundes Wurzelwachstum Großer durchwurzelbarer Raum (ca. 92 %) Einfache Installation und Höhenanpassung vor Ort Variable Höhen von 300 bis 1500 mm Extrem stabile Verbindung durch Clip- und Spacer-System Belastbar bis zu 15,5 t Achslast Günstiger Einstiegspreis Einfaches Befüllen durch große Öffnungen Versetzbare Bauweise möglich
E
300 mm bis 1500 mm
602 mm
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PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ®
TreeParker ® Pfosten
Unterflurverankerung GEFA TREELOCK ®
Wurzelführung TRG Platten
LUWA ® -System
Baustahlmatte
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TreeParker ® ist eine neue Generation von Wurzelkammersyste men, entwickelt von TreeBuilders. TreeParker ® wurde aufgrund der Erfahrungen entwickelt, die in Versuchen, Projekten und der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beteiligten, etwa Baumspezialisten, Wasserverwaltern und Bauingenieuren, ge sammelt wurden. STARK DURCH SCHLICHTHEIT Das schlichte Konzept ist charakteristisch für das System. Durch einfaches und intelligentes Design kann jeder Baumstandort mit dem TreeParker ® -System ausgestattet werden. Sogar der Entwurf eines maßgeschneiderten Baumstandorts ist ganz ein fach. Jede einzelne Einheit ist so belastungsfähig, dass eine Kopplung nicht notwendig ist. Mit einem maximalen Abstand von 75 mm können die Einheiten an den gewünschten Stand ort geschoben werden. Alle Höhenvarianten sind lieferbar. Um Platz zu sparen und die Kosten zu senken, empfehlen wir, die maximale Einbautiefe auszunutzen. TreeParker ® – das funktionalste Wurzelkammer-System
Geotextil
TreeParker ® Deckel
Drainagerohr DN80 für Wasser
Drainagerohr DN100 für Luft
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PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ®
Installation der TreeParker ® Elemente
Platzierung der Rahmen (Frames)
1 Auskofferung und Untergrundvorbereitung
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• Rahmen werden laut Layoutzeichnung auf dem Grubengrund ausgelegt. • Module mittels Clip-System verbinden. • Maximaler Abstand zwischen Einheiten: 75 mm – dadurch auch Bögen oder individuelle Formate realisierbar. • Maximale Modulgröße pro Einheit: 675 x 675 mm • Spacer (50 oder 75 mm) zwischen die Module setzen, um: o korrekte Abstände herzustellen o zusätzliche Stabilität zu gewährleisten
• Pflanzgrube gemäß Planung auskoffern • Untergrund fachgerecht vorbereiten, um die Standsicherheit des Systems sicherzustellen: ebenflächig, tragfähig und frostsicher
Montage der Pfosten und Abdeckrahmen 3
• Nach dem Setzen der unteren Rahmen werden vier Rundpfosten pro Einheit in die Lochöffnungen der Rahmen eingesetzt. • Anschließend wird der obere Rahmen montiert.
• Die Pfosten sind in drei Längenvarianten standardmäßig lieferbar (400, 800, 1200, 1500 mm). • Höhen können auch noch während der Montage flexibel angepasst werden – z. B. bei: o baulichen Höhenunterschieden o zur Integration von Leitungsinfrastruktur
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4 Integration von Leitungen und Trennschicht
Befüllung des Systems
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• Nach der Montage aller Module erfolgt die Integration von Versorgungs leitungen in das System (Kabel, Rohre etc.). • Danach wird das Gesamtsystem mit einer Trennlage ummantelt: o wahlweise wasserdurchlässig oder wurzeldicht (z. B. Geotextilvlies)
• System mit geeigneter Boden-/Substratmischung befüllen. • Wichtig: o Um das System herum: Boden gründlich verdichten!
o Im System selbst: Substrat nur mit Füßen leicht antreten, damit: der Baum ein maximales durchwurzelbares Erdvolumen nutzen kann
6 Belüftung und Bewässerung
7 Abschluss und Oberbau
• Das System wird nicht vollständig verfüllt. • Es bleibt eine variable Luftschicht erhalten, um: o Wurzeldruckschäden zu vermeiden und den Luftaustausch zu erleichtern o Zusätzliche Komponenten (im oberen Teil des Systems für die Bewässerung, im unteren für die Tiefenbelüftung) können problemlos in das System integriert werden
• Nach vollständiger Installation wird das System mit Deckeln verschlossen. • Abdeckung mit Combigrid oder Vlies • Aufbringen des klassischen Straßenaufbaus mit einer Mindestüberdeckung von 40 cm: o Tragschicht o Ausgleichsschicht o Pflasterung oder Asphalt • TreeParker ® kann auch unter wasserdurchlässigen Wegedecken eingesetzt werden: o Regenwasser infiltriert über die Decks direkt ins Substrat • Auf das fertiggestellte TreeParker ® -System können alle Arten und Formen von Baumscheiben oder Abdeckungen montiert werden.
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PERFEKTE BAUMPFLANZUNG Wurzelkammersystem TreeParker ®
Die Komplettlösung – individuell geplant
BAUMRIGOLENSYSTEM MIT TREEPARKER ®
TECHNISCHER HINTERGRUND
Die Baumrigole ist ein bewährtes Sys tem zur Bewässerung und Belüftung von Stadtbäumen sowie zur Versickerung von Oberflächenwasser. Sie reduziert Lastspitzen bei Starkregenereignissen und unterstützt langfristig die Vitalität der urbanen Gehölze.
Das Rigolensystem mit TreeParker ® kann je nach Standort mit folgenden Kompo nenten ausgestattet werden: Einlauf- und Abflussschächte Drainagerohre und Filtersysteme Bewässerungs- und Belüftungselemente Abdichtungsbahnen und Sandwich- Paneele als Wasserspeicher Alle Komponenten sind entweder her stellerunabhängig erhältlich oder wer den von GEFA Fabritz Produkte ® GmbH als individuell abgestimmte Lösung an geboten – unser Planungsteam unter stützt Sie gerne bereits in der frühen Entwurfsphase.
Die Baumrigole basiert auf: • Mulden-Rigolenversickerung (nach DWA A-138)
• Entwässerung über Straßenabläufe (nach DIN EN 752 / DIN 1986-100)
Die Kombination mit dem TreeParker ® -System schafft ideale Bedingungen:
Verhinderung von Bodendruck und Verdichtung Verbesserung des Gasaustauschs durch Luftspalt zwischen Substrat und Systemabdeckung Möglichkeit zur gezielten Bewässerung über Belüftungsrohre – auch bei Trockenperioden
30 GEFA Planungsbuch
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