GEFA Planungsbuch 2026

THERMISCHE RINDENSCHÄDEN AN STADTBÄUMEN Fehlender Langzeitschutz als Herausforderung für Planung und Pflege

Es besteht daher ein Bedarf an einer langfristig wirksamen, wartungsarmen Schutzlösung, die sowohl die Vitalität junger wie alter Bäume erhält als auch den Pflegeaufwand für Kom munen und Landschaftspflegeunternehmen reduziert.

Im urbanen Raum sind Bäume zunehmend extremen Um weltbedingungen ausgesetzt. Besonders Jungbäume, die nach dem Verpflanzen aus geschützten Quartieren auf of fene Solitärstandorte gepflanzt werden, leiden häufig unter der ungewohnten und damit zu hohen Sonnenstrahleinwir kungen. Sie zeigen daher oft thermische Rindenschäden wie Sommersonnennekrosen (Sonnenbrand) im Sommer oder Wintersonnennekrosen (sog. Frostplatten) und Frostris se (Spannungsrisse) im Winter. Auch Altbäume sind nach plötzlicher Freistellung (z. B. durch Kronenrückschnitte oder Baumaßnahmen) gefährdet und können thermische Rinden schäden bilden. Jede Rindenschädigung stellt eine mögliche Eintrittspforte für Schaderreger dar und sollte unbedingt vermieden werden. Traditionelle Schutzmaßnahmen wie der Kalkanstrich haben sich zwar bewährt, erfordern jedoch mehrfach jährlich eine Erneuerung und sind pflegeintensiv. Diese Maßnahmen bieten zudem keine nachhaltige Anpassung der Rinde an die verän derten Strahlungsverhältnisse.

Grafik: Schneidewind

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