GEFA Planungsbuch 2026
WURZELRAUM UND UNTERIRDISCHER RAUMBEDARF • Der Wurzelraum von Bäumen reicht oft weit über den Kronentrauf hinaus, wobei die Durchwurzelungstiefe bis zu 1,5 m und bei guten Boden-Luft-Bedingungen noch tiefer reichen kann. • In städtischen Umgebungen ist der verfügbare Wurzelraum oft begrenzt. Um diesen Mangel auszugleichen, können tiefe Pflanzgruben, spezifische Pflanzsubstrate und Bauweisen genutzt werden, die den Bodenraum unter Verkehrs flächen erschließen. Pflanzgruben sollten mindestens ein Volumen von 12 m³ aufweisen. Spezielle Wurzelkammer systeme, wie etwa das TreeParker-System, helfen, den Wurzelraum zu erweitern und minimieren das Risiko der Überverdichtung von Substraten. Diese Systeme erweitern nicht nur den Lebensraum des Baumes, sondern schützen gleichzeitig die umliegende Infrastruktur vor Schäden.
PFLANZGRUBENGRÖSSE • Die Mindestgröße für Pflanzgruben beträgt 12 m³, wobei eine Tiefe von mindestens 1,5 m empfohlen wird. Bei spe ziellen Begrünungszielen können größere Gruben erforderlich sein, beispielsweise 24 m³ oder 36 m³. • Bei Baumreihen, insbesondere auf befestigten Flächen, wird empfohlen, die Pflanzgruben größer zu gestalten oder durch Wurzelgräben zu verbinden.
BODEN- UND BAUGRUNDANFORDERUNGEN • Die Wasserdurchlässigkeit des Baugrunds unter der Pflanzgrubensohle muss bestimmte Werte aufweisen, um Stau nässe zu vermeiden. Bei wasserundurchlässigen Schichten sind Bohrungen oder Drainagen notwendig.
PFLANZLOCH UND PFLANZGRUBE • In der DIN 18916 werden die Begriffe „Pflanzgrube“ und „Pflanzloch“ als Synonyme verwendet. Während das Pflanzloch eine Vertiefung zur Aufnahme des Ballens oder Wurzelwerks darstellt, beschreibt die Pflanzgrube einen großvolumigen Grubenraum, der mit geeigneten Substraten aufgefüllt wird.
PFLANZGRUBENBAUWEISEN • Zwei Haupttypen von Pflanzgrubenbauweisen: Bauweise 1: Offene, nicht überbaute Pflanzgruben (für Grünflächen). Bauweise 2: Überbaute Pflanzgruben, die auch als Baugrund für Verkehrsflächen dienen.
Die Bauweise muss sowohl den Baum als auch die Belastung der Verkehrsflächen berücksichtigen. • Es gibt detaillierte Vorgaben zu Substraten, die für beide Bauweisen geeignet sind, um Wasser- und Luftversorgung sicherzustellen.
BELÜFTUNGS- UND BEWÄSSERUNGSMASSNAHMEN • Zur langfristigen Sicherung des Wurzelraums sind bautechnische Belüftungs- und Bewässerungsmaßnahmen, z. B. mittels Graben- oder Tiefenbelüftung, sinnvoll. Diese Maßnahmen verbessern die Luftzufuhr in die umliegenden Bo denschichten und fördern die Wurzelausbreitung in tiefere Bereiche. Die GEFA bietet mit einem speziellen System die Kombination von mittel- und langfristiger Belüftung und Bewässerung mit nur einer Einfüllöffnung an (LUWA ® -System). Die ergänzende Verwendung von spezialisierten Bodenhilfsstoffen erhöht die Wasserhaltefähigkeit des Substrats und spielt ihre Vorteile besonders in Trockenperioden aus.
17
gefafabritz.de
GEFA Planungsbuch
Made with FlippingBook. PDF to flipbook with ease