GEFA Planungsbuch 2026
EINBLICKE UND IMPULSE
3. AUSWAHL TECHNISCHER LÖSUNGEN Wurzelraum und Bodenverbesserung:
In städtischen Umgebungen ist der Wurzelraum oft durch asphaltierte oder gepflasterte Flächen eingeschränkt. Deshalb muss genügend Wurzelraum durch spezielle Pflanzgruben geschaffen werden, die mindestens 1,5 bis 2 Meter tief und breit sind. Belüftete Baumgruben: Diese sorgen dafür, dass Sauerstoff an die Wurzeln gelangt und eine ordnungsgemäße Entwässerung gewährleistet ist. Bodenverbesserung: Wenn der vorhandene Boden nicht geeignet ist, sollte er mit entsprechenden Hilfsstoffen angereichert oder durch spe zielle Substrate ersetzt werden. Jungbaumsicherung: In den ersten Jahren nach der Pflanzung benötigen junge Bäume möglicherweise Unterstützung durch Pfähle, um einen stabilen Stand zu gewährleisten. Diese sollten nicht zu fest angebracht werden, um die Bewegungsfreiheit des Baumes zu ermöglichen und das Wurzelwachstum zu fördern. Bewässerung: Da junge Bäume gerade in städtischen Gebieten oft mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, sollte ein Bewässerungs system eingerichtet werden, das die kontinuierliche Versorgung sicherstellt, insbesondere in den ersten Jahren. Gieß ringe, automatische Anlagen, Bewässerungssäcke – nur in den Sommermonaten am Stamm lassen -, perforierte Rohre oder Wasserspeicher können helfen. Wurzelschutzsysteme: Um Schäden an umliegenden Straßen und Gehwegen zu verhindern, können Wurzelschutzsysteme wie z. B. Wurzel sperren installiert werden. Diese verhindern, dass Wurzeln zu nahe an die Oberflächenstrukturen gelangen oder Leitun gen beschädigen können. 4. PFLEGE NACH DER PFLANZUNG Regelmäßige Bewässerung: Gerade in den ersten Jahren nach der Pflanzung muss der Baum regelmäßig gewässert werden, insbesondere während der Sommermonate. Baumscheibe freihalten: Die Fläche um den Baum herum (Baumscheibe) sollte frei von Konkurrenzvegetation wie Gras oder Unkraut gehalten werden. Eine Mulchschicht aus Holzschnitzeln, Kokosscheiben oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert Unkrautwuchs. Schnitt und Pflege: Um eine optimale Entwicklung der Krone und der Äste zu gewährleisten, sollten regelmäßig Pflegeschnitte durchgeführt werden. Ziel ist es, tote oder beschädigte Äste zu entfernen und eine gleichmäßige Kronenstruktur zu fördern. Unbe dingt bei der Pflanzung auf den Pflanzschnitt achten! 5. ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE INTEGRATION Klimaanpassung: Bäume spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung des städtischen Wärmeinseleffekts. Durch die Verdunstung und die Schattenspendung tragen sie zur Kühlung der Stadt bei. Lärmschutz: Bäume können als natürlicher Lärmschutz dienen, insbesondere in verkehrsreichen Gebieten. Erholungswert: Bäume verbessern das Stadtbild und schaffen Erholungsplätze für die Bewohner. Sie können auch Treffpunkte für die soziale Interaktion bieten, insbesondere in Form von grünen Plätzen, Parks oder Alleen. Förderung der Biodiversität: Die Pflanzung verschiedener Baumarten fördert die städtische Biodiversität, da unterschiedliche Baumarten unterschied lichen Tieren Nahrung und Lebensraum bieten.
14 GEFA Planungsbuch
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